Hot Water Beach - Coromandel
Sonnenaufgang am Hot Water Beach
Wie am Vorabend beschlossen, machten wir uns also das zweite Mal, nur diesmal schon um 6 Uhr morgens, mit dem nötigsten Equipment auf den Weg zum „Hot Water Beach“. Das sich alle drei aus unserer kleinen Gruppe tatsächlich noch im Dunkeln dazu überwinden konnten aufzustehen, ist vermutlich nur der Tatsache geschuldet, dass jeder dachte „Ich darf nicht derjenige sein an dem es scheiter.“ Die zunächst wiederwillige Entscheidung dennoch Aufzustehen, sollte schon wenig später keiner mehr bereuen. Bereits am Besucherparkplatz konnte man erkennen ,das wir als einige der wenigen diese „Frühaufsteher“ Idee umgesetzt hatten. Nachdem die Morgendämmerung uns den 5 minütigen Weg am Strand entlang, hin zu dem kleinen Fleckchen wo es so richtig heiß werden kann, gewiesen hatte, begannen wir an der alt bekannten Stelle erneut mit dem graben unserer eigenen Badewanne. Etwa 10 und nicht wie am Vortag 100 andere Abendteurer erlebten dann mit uns ein Ereignis, dass man wohl im Leben an keinem schöneren Ort als hier verbringen kann. Der Sonnenaufgang…
In der soeben in den Sand gegrabenen bequemen Naturbadewanne stieg langsam wie von Zauberhand 60°C heißes Wasser nach oben um sich dort mit dem etwa 17°C kalten Wasser des pazifischen Ozeans, zu einer Wohlfühltemperatur zwischen 30-45°C zu mischen. Während die Wellen also ruhig und gleichmäßig die äußeren Wände unserer Sandbadewanne streichelten und wir in dieser mit dem Gesicht zu Meer blickend platz genommen hatten, begann die Sonne vor unseren Augen Ihren Lauf. Das was wir in den kommenden Minuten sehen und inmitten dieser Kulisse fühlen durften, lässt sich leider nur schwer mit Worten wiedergeben. Es ist aber sicher ein Ereignis das man einmal selbst genießen sollte. In den darauf folgenden 60 Minuten nutzten wir mehrmals die Möglichkeit, aus unserer dampfenden und teilweise wirklich zu heiß gewordenen Wanne herauszusteigen, um uns nach einem kurzen Spurt in Richtung Sonne in den kalten Pazifik zu stürzen. Die im Laufe dieser Zeit ankommenden Besucher konnten diesem Treiben nur neidisch beiwohnen, denn sie mussten sich mit den weiniger warmen Stellen im Sand und einem eingeschränkten Blick aufs Meer abfinden. Gegen 8:00, nachdem die Sonne nun schon das gewohnte helle Tageslicht spendete, mussten wir dann unsere geschaffene Idylle hergeben. Die mit jeder Welle an Kraft gewinnende Flut sorgte schließlich dafür, dass sich die riesige Wanne endgültig mit dem Meereswasser vereinigte. Alle Spuren des eben noch da gewesenen waren bereinigt. Was jedoch für immer bleiben wird, sind unsere Erinnerungen und natürlich ein paar schöne Bilder für die daheim gebliebenen.
Tipps für alle die es uns gleichtun wollen:
Unbedingt die Ebbe- & Flutzeiten in Erfahrung bringen Mindestens einen guten Spaten mitnehmen (ca. $20 oder diese sind teilweise auch wie in unserem Fall kostenfrei in den Backpacker-Unterkünften auszuleihen). Die Naturwanne nur dort anfangen zu graben wo auch nach wenigen Spatenstichen wärmeres Wasser zu spüren ist. Die einzigen beiden Stellen (ca. 30m² ) an denen sich der gewünschte Erfolg einstellen wird, sind durch eine leicht hervorstehende Felsformation zu erkennen. Einfacher zu identifizieren sind diese Stellen allerdings durch einen kurzen Blick auf unsere Bilder. Die außergewöhnlichen Ebbe-Zeiten versprechen die größte Wahrscheinlichkeit auf den ungestörten Genuss des Naturschauspiels.
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