Hobbiton - Die Heimat der Hobbits liegt bei Matamata!?
Schon kurz nach dem Erwachen in der angenehmen Unterkunft „Nomads“ in der wir noch spät am Samstagabend zuvor eingecheckt hatten, konnten wir bei strahlendem Sonnenschein spüren, dass es wiedermal ein besonderer Tag auf der Nordinsel Neuseelands werden könnte. Noch am Frühstückstisch trafen wir die Entscheidung, von Waitomo aus nicht weiter in Richtung Westen zu fahren und somit die beiden Wasserfälle Sea Bridal & Marokopa auszulassen. Angesicht der Tatsache, dass es etwa 2 Dutzend weitere Wasserfälle im Land zu bestaunen gäbe, eine leicht zu verkraftende Einbuße. Außerdem eröffneten wir uns so die Möglichkeit ohne großes Gehetze das eigentliche Ziel des Tages erreichen zu können… „Die Heimat der Hobbits“ das Auenland!
Nahezu jeder der sich gern die „Herr der Ringe“ Trilogie angeschaut hat wird sich an das märchenhaft schöne Dorf aus der Verfilmung des Ersten Teils („Die Gefährten“) erinnern. Wir machten uns also gegen 9:00 auf den Weg um den Beweis für die Tatsächliche Existenz dieses Moviesets zu erbringen
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Bevor wir jedoch die Region Matamata mit der gleichnamigen Kleinstadt erreichen konnten, durchquerten wir eine etwas größere, gut 14.000 Einwohner fassende Stadt mit dem Namen Cambridge. Dort schienen auch nahezu alle selbigen auf den Beinen zu sein, um bei einer feierlichen Zeremonie den gefallen Soldaten Neuseelands aus dem ersten und zweiten Weltkrieg zu gedenken. Die Angesichts dieses Anlasses stattfinden Militärparade im Zentrum von Cambridge bot uns dann die Möglichkeit viele der einst verwendeten Kriegsgeräte aus nächster Nähe zu betrachten. Warum allerdings auch ein fast vollständig ausgestatteter „Hummer“ der US Armee präsent war, konnten wir vor Ort nicht wirklich nachvollziehen!?
Wir erreichten unser eigentliches Ziel, „Hobbiton“ deshalb erst gegen 11:30 und waren dort wie so oft in Neuseeland wiedermal allein auf weiter Flur. Erst später sammelten sich in dem von innen stillecht bemalten Besucherhaus einige wenige Tagestouristen die sich ebenfalls für die um 12:30 startende Tour zu den Hobbit-höhlen eingeschrieben hatten. Zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass man das Movie-Set nicht einfach auf eigene Faust besuchen kann, da es auf einem 15km² großem Privatgelände liegt, das von mehreren Weidezäunen umgeben ist. So mussten auch wir die 58$ bezahlen, um dafür mit einem normalen Tour-Bus auf das Gelände gefahren zu werden. Die befestigte Straße auf diesem sonst nur von Schafen bewohnten Gelände, hatte übrigens vor fast 10 Jahren in einer gut 9 monatigen Bauphase das Neuseeländische Militär herrichten müssen, da sonst der geplante Erstausstrahlungstermin von Peter Jacksons Trilogie „The Lord oft he Rings“ gefährdet worden wäre.
Nach der etwa 10min Fahrt hielt der Bus dann vor einem kleinen Hügel, vor dem eine mittelgroße Hütte gebaut worden war um die Besucher mit kostenfreien Regenschirmen zu versorgen. Schmunzelnd passierten wir diese Hütte bei noch immer strahlendem Sonneschein und folgten gespannt unserer Busfahrerin die nun direkt in Ihre nächste Rolle schlüpfte und nun plötzlich unser Tour-Guide wurde. Während der folgenden 90 Minuten versorgte uns diese superfreundliche Frau dann non stop mit umfangreichen Hintergrundinformationen zum ehemaligen Ablauf am Set. Die angebotene Führung war dabei aber keinesfalls obligatorisch, da jeder sich unter Einhaltung einiger kleiner Spielregeln, frei im Dorf der Hobbits bewegen darf. Wir nutzten diese Möglichkeit natürlich gnadenlos aus, um möglichst einzigartige Erinnerungsbilder schießen zu können und blieben dem geführten Touristen-Mopp meist fern.
In der restlichen Zeit haben wir dennoch die wichtigsten Informationen vom Guide zum herrlichen Auenland aufsaugen können, sodass es uns in Kombination mit der kostenfrei ausgegebenen Besucher-Karte zu Hause möglich sein wird, dass damalige Treiben nachzuerzählen. Die interessanteste Information war dabei für uns die Ursache für die Wahl genau dieses Ortes für die Verfilmung, vor dem wir nun standen und eifrig versuchten die Impressionen in Bildern festzuhalten. All die noch heute fließenden Einnahmen aus der Vermarktung des Grundstücks, verdankt die Familie „Alexander“ nämlich nur einem einzigen Baum, den Regisseur Peter Jackson selbst beim Landeanflug aus der Luft gesehen hatte. Diese traumhaft gewachsene gut 200 Jahre alte Kiefer sollte uns später als ‚Festbaum‘ in Erinnerung bleiben, unter dem Frodo, Bilbo, Gandalf und Sam gemeinsam den Geburtstag Bilbo Beutlins feierten. Ein wirklich fantastisch gewachsenes Exemplar, dass auf den Bildern unglaublich erscheint
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Heute wird dieser Baum höchsten noch von einigen der 12.000 Schafe besucht, die auf dem Gelände frei ihre besten Weidefläche suchen dürfen. Auch sonst erinnert wahrlich nicht mehr viel an das einst für Filmzwecke so farbenfroh hergerichtete Film-Set, da die „New Line Cinema“ Produktion diverse Vorkehrungen zur Geheimhaltung getroffen hat. Neben dem fortan bestehenden Flugverbot, wurde nahezu alles nicht Niet- und Nagelfeste nach der 3 monatigen Drehphase abgebaut und wieder davon transportiert. Nur die uns in ihrer Form bekannten zierlichen Hobbit-Häuschen und natürlich die noch immer fantastische Naturkulisse blieben erhalten. Insgesamt sind wir als Herr der Ringe Fans also dennoch super glücklich über die Momente die wir in Mittelerde verbringen durften, denn so konnten wir unseren Lieblingsfiguren noch einmal näher kommen als es über den guten Fernseher je möglich sein wird.
Zum Abschluss der Tour gegen 14:30 Uhr kamen wir dann wiederum unentgeltlich noch in den Genuss an einer 10min Schaf-Scherung und anschließender Lämmerfütterung teilzunehmen. Danach waren wir dann allerdings selbst so hungrig das wir am liebsten die zur Fütterung bereitgestellten Flaschen ausgetrunken hätten.
Gut das auf unserem Weg nach Te Aroha bald das uns bestens bekannte Schnellrestaurant mit der goldenen Möwe zu sehen war, um uns mit dem nötigsten zu versorgen. In Te Aroha wollten wir dann eigentlich gegen 16:00 Uhr noch den aktiven Geysir Mokena bestaunen. Da dieser eher geizige Geysir Neuseelands aber nur zwischen 12:30 und 14:30 Uhr seine etwa 8 Meter Hohe Fontäne für die Besucher zur Schau stellt, fanden wir außer einem grauen Betonklotz nicht viel Sehenswertes vor. Wir nahmen das ganze allerdings mit Humor und machten uns eher als ursprünglich gedacht auf die zweieinhalb Stündige Heimreise nach Auckland.
Interessante Informationen:
Eintritt “Hobbiton movie set & farm tours” = $ 58 (per Adult)
Offizielle Webseite Hobbiton Movie Set - Matamata
