Am 3ten und letzten Tag in Singapore, wollten wir es uns nicht nehmen lassen, einen Ausflug in eine weitere Kultur Asiens zu unternehmen. Der Stadtteil Little India bot uns dafür die perfekte Gelegenheit, denn er lag nur etwa 10 Kilometer Luftlinie von unserem Hotel Metropolitan Y entfernt. Wie in den beiden Tagen zuvor, nahmen wir, für umgerechnet 50 Cent den Bus Richtung Orchard Road (also Stadtzentrum) und entschlossen uns dann, ein weiteres öffentliches Verkehrsmittel zu nutzen, um unser Ziel zu erreichen.
Die gut ausgebaute Metro (U-Bahn) der Stadt Singapore. Den Tipp dazu, gab uns ein freundlicher und hilfsbereiter Singapurer, der wie viele seiner Landsleute an den beiden Tagen zuvor, sofort zur Stelle war, als wir unseren Stadtplan auffalteten und nach einem Straßenschild ausschau hielten. Echte Gastfreundschaft liegt hier also hoch im Kurs. Auch wenn wir nur eine einzige Station zurückzulegen hatten, so war auch die gemachte Erfahrung, eine einprägsame. Sie beginnt schon in dem Moment, wenn man den ersten Blick in die weitläufigen, durch diverse Lichter herrlich in Szene gesetzten und wie immer vor Sauberkeit glänzende Eingangshalle schweifen lässt. Trotz der sichtbar großen Zahl der zu befördernden Passagiere, blieben diese gelassen und behielten ihre zufriedene Ausstrahlung. So konnten auch die beiden German Boys aus dem Tal der Ahnungslosen erst einmal staunend beobachten und von den geordnet vorbeiziehenden Fahrgästen lernen. Zum Beispiel wie man an den Ein- u. Ausgangsschranken zum Metro-Innenraum vorbei kommt! Dazu braucht man eine Plastikkarte die wie im heimischen Supermarkt, nur kurz über den Scanner gezogen werden muss. Danach öffnen sich die Schranken. So vermeidet Singapore zum einen Papiermüll und schont ganz nebenbei auch noch die Umwelt.
Damit auch wir an so eine Plastikkarte kommen konnten, hatten wir nichts weiter zu tun, als auf einem großen übersichtlichen Counter mit Touchdisplay die Station auf dem abgebildeten Metronetz anzutippen, die wir erreichen wollten. Schon purzelten die Kärtchen aus dem Auswurfschlitz (für 1€ pro Person) ! Im Innenbereich angekommen, und einige Rolltreppen später, sind wir auf dem Richtigen Bahnsteig der Metro-Linie N7 Richtung Norden angekommen.
Doch das war uns zunächst garnicht aufgefallen. Denn auf beiden Seiten sahen wir nur endlos lange bunte Werbewände. Erst als auf der anderen Seite die scheinbaren Werbewände anfingen zu blinken und die anderen Fahrgäste sich diszipliniert vor diesen Wänden aufreiten, bekammen wir große Augen. Ein paar Sekunden später öffneten sich die Wände und der Innenraum des Metrozuges wurde sichtbar. Ein paar weitere Sekunden später schlossen diese schon wieder und erst dann fuhr die Metro (für uns durch die Plastikwände vor dem Bahnsteig nicht sichtbar) davon. Noch beeindruckt von dem gerade erlebten, taten wir es der auf unserer Seite einfahrenden Metro gleich, stiegen von der richtigen Seite ein und fuhren die besagte eine Station bis nach Little India.
In Little India angekommen, ließen wir uns erst einmal von all unseren Sinnen die Buffalo Road entlang treiben. Mal roch es nach einem Mix aus verschiedensten Gewürzen und mal nach einem Meer aus zig verschieden Blumensorten. Diese waren es auch, die das Erlebnis für unsere Augen zu einem besonderen werden ließen, gepart mit all den Früchten die entlang der Straße auf Holztischen auslagen.
Wir kauften uns ein paar süße mini Bananen und 2 Äpfel, um auch unsere Gaumen an den Sinneserlebnissen teilhaben zu lassen.Auf der Serengoon Road angekommen, der Hauptstraße in Little India, gab es dann für uns nur noch ein paar schick bemalte Häuser und Girlanden ähnlichen Schmuck, der von Laterne zu Laterne quer über die Straße gehängt wurde, zu bewundern. Zum Ende unseres zweieinhalb Stündigen Trips, besuchten wir dann noch den wirklich sehenswerten Hindutempel (Sri Veeramakaliamman Temple; 141 Serangoon Road), in dem die Menschen mit indischen Wurzeln in reger Zahl bei Ihren Göttern um Beistand baten. Kurz bevor wir allerdings die Schuhe und unsere Socken ausziehen konnten, um den Tempel von innen ansehen zu können, wurden wir von einer allein reisenden Backpackerin aus Deutschland angesprochen. Sie hatte uns durch unseren Reiseführer enttarnt
(Alles Gute Priska für die kommenden drei Monate in Australien!!!)
Nach unserem Smalltalk (und der Besichtigung des Tempels) und der Verabschiedung, wollten wir dann nur noch schnell zurück ins Hotel, um ohne Stress den Flieger um 18:15 zu bekommen. Wir nahmen deshalb ein Taxi für gerade einmal 5,50€. So konnten wir die durch das Taxi gesparte Zeit im Hotelrestaurant nutzen, um vor unserer Weiterreise noch ein typisches Asiatisches Mittagessen zu uns zu nehmen. Hühnchen mit Reis & Gemüse wurde in einer geschlossenen Tonschüssel aufgebacken (für etwa 6€). So verließen wir den Stadtstaat Singapore satt und voller wunderbarer Eindrücke im Gepäck…
P.S. und obwohl wir 3 Kg Übergewicht zu verzeichnen hatten, waren die Singapurer noch ein letztes mal Gastfreundlich. Sie ließen uns ohne Aufpreis den Flug nach Auckland antreten!
