Kleine Insel große Wirkung

An diesem Wochenende haben wir uns eine wesentlich schneller zu erreichende Sehenswürdigkeit zum Ziel gemacht, wenn man die Entfernung zur Stadt Auckland auf der Karte betrachtet. Vom Hafen und dem unverkennbaren Ferry Building, dass am Abend zuvor noch durch eine neuartige Licht-Technik wunderschön in Szene gesetzt worden war, starteten wir unseren Tagesausflug nach Rangitoto. Diese nur etwa 20 Kilometer vom Festland entfernte Insel im Hauraki-Golf wird 4 mal täglich zwischen 7:30 und 12:15 Uhr durch die Fährgesellschaft „Fullers“ angesteuert. Eine Überfahrt dauert dabei in etwa 25 Minuten und Kostet $25 (ca. 12,50 €).
Wir hatten das moderne Fährschiff gegen 10:30 Uhr kaum betreten, da bekamen wir einmal mehr zu spüren was einen Frühlingstag in Neuseeland ausmacht, denn es begann plötzlich wie aus Eimern zu schütten. Die eingeplante Foto-Rally auf dem Sonnendeck viel also erst einmal ins Wasser, was angesichts der sich ständig und schnell wechselnden Wetterbedingungen, für uns leichter zu verkraften war. Bereits einige Kilometer vor dem einzigen Ankerplatz auf Rangitoto, bekamen wird die Besonderheit dieser kleinen Insel zu Gesicht. Der Gipfel eines heute inaktiven Vulkans der in all seiner Breite aus dem Wasser ragte. Durch die Vegetation, die insbesondere durch den vulkanischen Ursprung der etwa 600 Jahre alten Insel besonders vielseitig ist, könnte man allerdings nicht zweifelsfrei zwischen einem großen Hügel und einem Vulkangipfel unterscheiden. Den Beweis dafür, dass es sich aber wirklich um einen 260 Meter hohen Vulkan handelt, haben wir dann selbst antreten dürfen.
Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Auge des Vulkans, dass auch sehr Zentral auf der Insel gelegen ist. Die Anfangsentscheidung, zwischen den einzuschlagenden Routen, die allesamt zur Mitte des Vulkans führen, viel zugunsten der längsten Strecke, also am Westufer entlang. (Es gab Momente in denen wir diese Entscheidung gerne revidiert hätten
) Am Ende unseres gut zweieinhalbstündigen Tracks wurden wir aber für all die Mühe, mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir die Skyline unserer neuen Heimatstadt Auckland aus der Ferne bestaunen und das ein oder andere Postkartenverdächtige Foto für die Daheimgeblieben schießen. Nur wenige Meter vom schönsten Aussichtspunkt in Rangitoto entfernt, offenbarte sich dann auch das innere des Vulkanauges. Doch wie fast 90% der Insel, war auch dieser Bereich vollständig bewachsen, so dass vielmehr die im Auge selber stehenden Pohutukawa-Baume unser Interesse weckten. Leider blühen diese äußerst seltenen Bäume Mitte Oktober noch nicht in ihrer vollständigen Pracht, wie es Beispielsweise zu Weihnachten der Fall sein wird, allerdings konnten auch wir schon einige rote Blüten in Augenschein nehmen.
Nach einer etwa zwanzigminütigen Umrundung des Vulkanauges, während der sich uns immer wieder neue Motive für unsere Kameras in Richtung Hauraki-Golf offenbarten, mussten wir dann zum zweiten Male an diesem Tag eine Entscheidung über den einzuschlagenden Rückweg zur Anlegestelle der Fähre treffen. Diesmal entschied nicht unser Entdeckergeist, sondern unsere Waden! Doch auch der kürzere, direkte und nur einstündige Rückweg über scharfkantiges Lavagesteins , das noch immer seine typisch schwarze Farbe bewahrt hat, war ein Erlebnis das uns in Erinnerung bleiben wird. Wir nahmen um 17:00 Uhr die letzte Fähre die an diesem Tage zurück in Richtung Auckland aufbrach und konnten bei einem starken Seegang, die auf der Hintour versäumten Bilder der Skyline nachholen.
Erwähnen möchten wir an dieser Stelle noch die Übernachtungsmöglichkeit in einigen Hütten am äußersten West- bzw. Ostküstenstreifen. Diese Hütten, auf der ansonsten Unbewohnten Vulkaninsel, auf der es nicht einmal eine Einkaufsmöglichkeit für das allernötigste gibt, können ebenfalls über die Firma Fullers angemietet werden. Mindestens ebenso interessant für die im Sommer anreisenden Besucher dürfte die Transportmöglichkeit zum Vulkangipfel via Shuttel-Bahn (siehe Bilder) sein. Diese kreiselt regelmäßig im Uhrzeigersinn, von der Anlegestelle am Südufer, bis fast zum Inselmittelpunkt, über den niedlichen Leuchtturm am Westufer und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass die sogenannte „Volcanic Explorer Tour“ schon beim Kauf der Fährtickets mitgebucht werden muss und ein Aufpreis von 30$ NZ pro Passagier zu zahlen ist.
Die Abfahrtszeiten der Fährschiffe können hier eingesehen werden.
