Raglan… das Surfing Paradies für Anfänger und Fortgeschritten
Der erste Wochenendausflug im neuen Jahr und zudem auch noch der erste ohne Daniel, sollte mich an die Westküste Neuseelands führen. Schon am Freitagnachmittag machte ich mich mit 4 Freunden vom Kaplan Collage aus Auckland auf den Weg nach Raglan. Das etwa 180km südlich von Auckland gelegen und rund 3.000 Seelen Fassende Städtchen zählt zwar, gemessen an den anderen Sehenswürdigkeiten die wir auf unseren Reisen durchs Land bisher schon bewundern durften, nicht zu den bekanntesten Orten Neuseelands, ist aber bis weit über die Landesgrenzen ein Geheimtipp für Surfer! Genau aus diesem Grunde wollten auch wir die sich uns bei sommerlichen 26 Grad bietende Gelegenheit beim Schopfe packen und buchten einen 2tägigen Surfkurs in der „Raglan Surf School“.
Noch bevor wir am Freitagabend unsere im malerischen Ambiente gelegene Unterkunft nahe Raglan erreichten, legten wir einen kurzen Zwischenstopp in Waireinga beim Bridal Veil Falls ein, um einen Wasserfall zu bestaunen den wohl selbst ein Bilderbuch nicht besser visualisieren könnte. Fasziniert, ja fast hypnotisiert betrachteten wir von verschieden Aussichtspunkten fast anderthalbstunden den etwa 55Metern in die Tiefe wallenden Wasserstrahl. Die gemachten Bilder können vermutlich in diesem Falle mehr beschreiben als meine Worte.
Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufstehen, denn nur wenn die Tasmanische See gerade Flut hat, herrschen für blutige Surf-Anfänger wie wir es waren (oder es noch immer sind
) optimale Übungsbedingungen. Zunächst mussten wir aber die einstündige Trocken-Theoriestunde erfolgreich meistern. Ohne die windigen und wässrigen äußeren Einflüsse, zeigten uns zwei erfahrene Kiwi’s in einer abgeschieden Lagerhalle wie man auf einem Surfboard am wahrscheinlichsten die Wellen reiten kann. Dass dies leichter aussieht als es tatsächlich umzusetzen ist, davon konnten wir uns wenig später am lebendigen Strand von Ngarunui selbst überzeugen.
Nachdem wir mit passenden Neoprenanzügen und den uns farblich von all den anderen Surfern hervorhebenden Surfboards versorgt wurden, konnten wir bis mittags auf eigene Faust oder mit Unterstützung der Surflehrer versuchen, die richtige Welle zu finden. Auch wenn uns das sicher in der Mehrheit der Versuche nicht gelungen ist, so hatten wir die wenigen Male in denen wir für vielleicht 20-30Meter mit der Welle surften, dieses unbeschreiblich gute eher coole Gefühl das man nur als Surfer haben kann. Es ist aber nicht nur das spezielle Glücksgefühl das man hat wenn man tatsächlich nur von einer Welle getragen Richtung Strand surft , denn das wäre vielleicht auch mit einem Torerfolg beim Fußball zu vergleiche. Vielmehr ist es das große Ganze bestehend aus: dem Ankämpfen gegen die Kraft der Wellen die einen später tragen sollen, das Warten auf den richtigen Augenblick und die perfekte Stelle, sowie der mit Spannung erwartete Punkt des hinein gleitens in die Welle… die das Surfen zu einem einzigartigen und unvergesslichen Ereignisse machen.
Obwohl wir noch am Sonntag gezeichnet von diesem kraftraubenden Treiben am Vortag gezeichnet waren, ließen wir uns auch am Vormittag wieder die Surfboards aushändigen um am selbigen Ngarunui Beach Spaß am surfen zu haben.
Erst am frühen Nachmittag machen wir uns wieder auf den Heimweg Richtung Auckland. Verschweigen möchte ich an dieser Stelle nicht, dass wir noch vor unserer Rückkehr den scheinbar bekanntesten aber wirklich nicht gerade sehenswerten Vogelpark in Otorohanga besuchten. Außer die einzige wirkliche Attraktion des Parks, 3 hinter dicken Glaswänden gehaltene Kiwis, gab es für uns dort allerdings keine große Artenvielfalt zu bestaunen. Sieht man mal von einigen wunderschönen Eisvögeln und einem verschmusten Papageien ab. Für umgerechnet fast 10Eur lassen sich aber zukünftig sich auch ein paar interessantere Dinge erleben. Zum Beispiel die Jugend-Surfweltmeisterschaft nächstes Wochenende in Piha, direkt vor den Toren Aucklands.
